Die Geschichte der Evangelischen Kirche

first_evangelical_church_hdrVerantwortlich für die Spaltung der Kirche in die katholische Kirche und die evangelische Kirche war bekanntlich Martin Luther im Jahre 1648. Er läutere die Reformation ein. Zunächst war sein Bestreben gewesen, die katholische Kirche von innen heraus zu verändern und zu reformieren. Aber bald erkannten er und seine Getreuen, dass dies ein unmögliches Unterfangen war. Der Begriff “evangelisch” wurde von Luther selbst geprägt, als Gegensatz zum Katholischen. Seine Glaubensbrüder hatte man als Lutheraner bezeichnet, aber er selbst wollte diesen Personenkult nicht. Die neue Glaubenslehre leitete sich anders als die römische-katholische Lehre direkt vom Evangelium ab. Als Evangelische Kirche wurden fortan sowohl die lutherischen als auch die Freikirchen geführt. Im Westfälischen Frieden bekam die Evangelische Kirche sogar Verfassungsbedeutung. Der Begriff Protestanten leitet sich vom Protest der evangelischen Fürsten beim Reichstag in Speyer ab. Das Wort “evangelikal” hingegen ist aus dem Englischen entlehnt und bezeichnet eine Strömung innerhalb der evangelischen Kirche.

Diese ist gebaut auf vier Prinzipien, die so genannten Soli:

  • Der Mensch wird durch den Glauben gerechtfertigt, nicht durch seine Werte.
  • Nur durch die Gnade Gottes wird der Mensch errettet, nicht durch was er macht
  • Nur Christus, nicht die Kirche, herrscht über die Gläubigen
  • Nur die heilige Schrift, nicht die Kirche und ihre Traditionen, bilden die Grundlage christlichen Glaubens

In Deutschland bildet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) den Dachverband von 20 verschiedenen lutherischen, unierten und reformierten Kirchen. Die Leitungsgremien der EKD werden demokratisch gewählt und bestehen aus Synode, Rat und Kirchenkonferenz. Das System der Kirchen ist streng föderal aufgebaut, es gibt keine zentrale Autorität. Es wird auch nicht wirklich zwischen Laien und Priestern unterschieden. Die Aufgaben in der Kirche sind nicht hierarchisch vergeben, sondern die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt. Heute gehören etwa 27 Prozent der deutschen Bevölkerung einer evangelischen Kirche an. Die Zahlen sind aber insgesamt fallend, wenn auch in einigen Regionen wieder steigend. Schleswig-Holstein steht an der Spitze mit den meisten Gläubigen.