Grundpfeiler der Kirche: Die Diakonie

dcc-logo-400x400-400x400Die Diakonie ist aus der evangelischen Kirche nicht wegzudenken. Sie bezeichnet das Dienen am Menschen im kirchlichen Glauben und hat einen ebenso hohen Stellenwert wie das Glaubensbekenntnis und die Gestaltung des Gottesdienstes. Begründet ist die Diakonie im Neuen Testament, vor allem in den Taten Jesu. Schon in der Jerusalemer Urgemeinde gab es Gütergemeinschaft und Fürsorge bedürftiger Gemeindemitglieder.

In der evangelischen Kirche ist diese Fürsorge im Diakonischen Werk institutionalisiert worden. Nach der Zusammenlegung mit dem evangelischen Entwicklungsdienst entstand die “Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband”.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte das Hilfswerk der Evangelischen Kirche den vielen Hungerleidenden zu helfen, sich aber auch um Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer zu kümmern. Auch in der DDR gründete sich ein Diakonisches Werk, und es war beiden Institutionen und dem Vizepräsidenten des EKD Ludwig Geißel zu verdanken, dass durch Verhandlungen 30.000 politische Gefangene freigekauft werden konnten.

Die Diakonie ist heute Teil der Freien Wohlfahrtspflege, die unteren andern Menschen in Not helfen und die Sozialstaatlichkeit Deutschland fördern will. Die Mitglieder der Diakonie sind die EKD und die Diakonischen Werke der Landeskirchen. Die Arbeitsbereiche sind sehr weit gefächert und beinhalten fast jeden Aspekt der sozialen Fürsorge. Ganz oben steht dabei die Altenpflege, zu der auch Einrichtungen gehören, die von der Diakonie getragen werden. Auch in der allgemeinen Gesundheitsfürsorge ist die Diakonie aktiv, zum Beispiel in Krankenhäusern und Hospizen. In der Familienhilfe ist das Müttergenesungswerk eine bekannte und alt eingesessene Institution. Zu diesem Bereich gehören aber auch Frauenhäuser und Beratungsstellen für junge Familien, und Schwangere.

In der Notfürsorge kümmern sich Angestellte und Freiwillige um Menschen, die sich in akuten Not-Lebenssituationen befinden. Eine Anlaufstele ist die Bahnhofsfürsorge, es gibt aber auch Einrichtungen für Drogenabhängige und Prostituierte. Die Schuldnerberatung, Hilfe beim Freiwilligen Sozialen Jahr, Behindertenhilfe und Suchtkrankenhilfe runden das Portfolio ab.

Ohne die Diakonie würde das soziale System in Deutschland nicht funktionieren. Ohne sie wären aber auch Hunderttausende von Menschen in Not ohne Unterstützung.